Aktuelles Projekt: Bach trifft Heinichen

Aktuell arbeiten wir an Johann Sebastian Bachs Magnificat (BWV 243) sowie an Johann David Heinichens Messe Nr. 12 in D-Dur. Beide Werke werden wir am 14. und 15. September in Lambrecht und Speyer zur Aufführung bringen.

Bachs repräsentative Magnificat ist eine groß angelegte Vertonung des biblischen Lobgesangs der Maria (Lukas 1,46-56) für Solisten und die damals maximale Orchesterbesetzung mit Flöten, Oboen, Fagotten, Trompeten, Pauken Streichern und Continuo. Es trug 1723 sicher stark dazu bei, Johann Sebastian Bach an seiner neuen Wirkungsstätte als Thomaskantor in Leipzig zu profilieren.

An alle Beteiligten werden hoch virtuose Anforderungen gestellt. Singulär in Bachs orchesterbegleiteter Kirchenmusik ist der fast durchgehend fünfstimmige Chorsatz mit geteiltem Sopran. Auch überträgt Bach dem Orchester in den Chören fast ausschließlich obligate Stimmen und verzichtet auf das später übliche hilfreiche so genannten Colla-Parte-Spielen der Chorstimmen durch die Instrumente. Für uns eine angemessene und spannende Herausforderung.

Sieben Jahre vor der ersten Aufführung des Bach-Magnificats erlangte der heute noch wenig bekannte Johann David Heinichen (1683-1729) eine äußerst attraktive und prestigeträchtige Anstellung, um die sich Bach über längere Zeit und mit viel Mühe letztlich vergebens beworben hatte: Er wurde 1716 zum königlich-polnischen und kurfürstlich-sächsischen Kapellmeister am Hof August des Starken in Dresden berufen. Hier war er zusammen mit seinen Kollegen Jan Dismas Zelenka und Giovanni Alberto Ristori für die königliche Hofund Kirchenmusik zuständig.

Die „Missa Nr. 12“ in D-Dur gehört zu seinem Spätwerk und ist ebenfalls äußerst klangprächtig und üppig besetzt. Zur Bach’schen Magnificat-Besetzung treten noch zwei Hörner. Dabei gehen die instrumentalen Anforderungen bei den Blechbläsern noch deutlich über die bereits bei Bach äußerst anspruchsvollen Partien hinaus.

Für dieses Projekt konnten als Solistinnen und Solisten Katja Stuber (Sopran), Margot Oitzinger (Alt) Christian Rathgeber (Tenor) sowie Thomas Laske (Bariton) gewonnen werden. Instrumental begleiten wird uns das Barockorchester „Telemannisches Collegium Michaelstein“. Die Konzerte werden in zwei der schönsten und akustisch besten Kirchen der Pfalz stattfinden: in der Klosterkirche Lambrecht und in der Dreifaltigkeitskirche Speyer.